Wer bisher dachte, Florida sei nur zum Sonnen, Schwimmen und Shoppen bekannt, der hat sich gewaltig vertan. Denn in Miami gibt es eine Vielzahl an Museen, Zoos und anderen kulturellen Einrichtungen, dass Ihnen nie langweilig wird. Egal ob Sie das Planetarium mit dem angrenzenden Wissenschaftsmuseum besichtigen oder die Delfine und Wale im "Seaquarium" bestaunen - da ist Spaß vorprogrammiert!
Wer sich für die Geschichte Floriadas interessiert und auf den Spuren 12000 JAhre alter karibischer Geschichte wandeln möchte, für den ist das Historical Museum of Southern Florida genau das Richtige. Man erhält einen faszinierenden Einblick in die Vergangenheit dieser Region, der durch diverse Ausstellungen sowie eine Vielzahl von Fotos veranschaulicht wird. Das Museum verfügt aber auch über eine kleine eindrucksvolle Sammlung mit interaktiven Exponaten, Archivmaterial und Multimedia-Präsentationen, welche die Geschichte Floridas bis zu 8000 v. Chr. aufzeigen, von den ersten Siedlern bis heute. Das Historical Museum of Southern Florida befindet sich im gleichen Gebäude wie des Miami-Dade Cultural Center.
Öffnungszeiten: Montag - Samstag 10 bis 17 Uhr
3.Donnerstag im Monat 10 bis 21 Uhr
Sonntag 12 bis 17 Uhr
Adresse: 101 W Flagler Street, Miami
http://www.hmsf.org/
Das Science Museum in Miami beherbergt über 150 wissenschaftliche Exponate zu den Themen Physik. Anhand der Ausstellungsstücke werden dem Besucher die Phänomene Elektrizität, Akustik, Licht und Anatomie erklärt. Das Museum ist vor allem bei kleinen Besuchern sehr beliebt, das die Exponate teilweise zum Anfassen sind. Es hat die größte naturhistorische Sammlung in Südflorida auf. Ein Tierzentrum, in dem verletzte Raubvögel und Reptilien wieder gesund gepflegt werden und mehr als 175 lebende Tiere untergebracht sind, ist ein absolutes Highlight des Museums. Außerdem finden hier tägliche Astronomie- und Laser-Shows im Planetarium statt.
Öffnungszeiten: Montag - Sonntag 10 bis 18 Uhr
Adresse: 3280 S Miami Avenue, Miami
http://www.miamisci.org/www/prices.html
Im Jahre 1950 gründete man Lowe Art Museum in Miami. Hier finden Sie atemberaubende Kunstwerke aus der Renaissance und dem Barock, darunter europäische, präkolumbische, asiatische und afrikanische Kunst. Aber auch die Werke amerikanischer Künstler des 19. Jahrhunderts werden in dem modernen Gebäude des Lowe Kunstmuseum in Miami ausgestellt. Ein weiterer Schwerpunkt des Museums sind Werke aus Griechenland und Rom.
Öffnungszeiten: Dienstag, Donnerstag, Freitag und Samstag 10 bis 17 Uhr
Donnerstag 12 bis 19 Uhr
Sonntag 12 bis 17 Uhr
Adresse: 1301 Stanford Drive, Coral Gables
www.lowemuseum.org
Wie sollte ein Schachmuseum sonst aussehen? Ein Turm an der Ecke und die schwarz-weiße Vertäfelung an der Fassade stimmen schon auf Ausstellung ein. Hier werden die größten Schachweltmeister geehrt und ausgestellt: von Antoly Karpov bis Bobby Fischer und Boris Spassky. Außerdem zeigen interessante Ausstellungen die Geschichte des Denksports und im Shop können Sie tolle Geschenke kaufen. Wer selbst mal spielen mag: Jeden 2. Sonntag des Monats findet das regelmäßige Turnier statt, bei dem man 100 $ gewinnen kann!
Öffnungszeiten: Montag- Freitag 10.30 bis 17 Uhr
Adresse: 13755 SW 119th Avenue , Miami
www.chessmuseum.org
James Deering ließ dieses Gebäude im Stil der italienischen Renaissance als Wintersitz im warmen Florida erbauen. Gemeinsam mit seinem Personal verbrachte er hier die Wintermonate, bis er 1925 starb. In den 34 Räumen des ehemaligen Palastes verteilen sich heute Möbel und Kunstgegenstände, die der Bauherr auf seinen verschiedenen Reisen auf der ganzen Welt in seinen Besitz brachte. Damit die wertvollen Kunststände durch die salzige Luft des Ozeans beschädigt werden, errichtete man eine große Glaskuppel über dem Innenhof der Villa. Der wunderschönen Park mit Statuen, Wasserbecken und Brunnen ist ein idealer Ort, um einen entspannten Spaziergang zu machen und das Flair des prachtvollen Gebäudes zu genießen.
Öffnungszeiten: Montag - Sonntag 9.30 bis 16.30 Uhr
Adresse: 3251 South Miami Avenue , Miami
www.vizcayamuseum.org
In unmittelbarer Nähe des Dade County House befindet sich das Kulturzentrum Miamis. Die wunderschöne Piazza des Zentrums ist im mediterranen Flair ausgerichtet. Um den Platz herum liegen die drei Gebäude, die sich an den spanischen Baustil anlehnen: Bezeichnend hierfür sind Ziegeldächer, schwere, schmiedeeiserne Verzierungen und Bogenfenster. Im "Center for the Fine Arts" werden einige interessante Stücke moderner Kunst ausgestellt. Hier finden Sie auch viele tolle Restaurants und Snackbars, wo Sie einen Happen essen können und das Flair von Miami genießen können.
Die Miami-Dade Public Library ist die Zentralbibliothek der Stadt und des Landkreises. Hier finden des Öfteren sehr interessante Ausstellungen und Events statt, die in der ganzen Welt bekannt sind. Falls Sie jedoch Pech haben und gerade zu dem Zeitpunkt Ihres Aufenthaltes keine Ausstellung stattfindet, sollten Sie die schöne Architektur und die Atmosphäre genießen.
Seit vielen Jahren ist das Seaquarium in Miami eine beliebte Attraktion. Delfine, Seelöwen und ein riesiger Killerwal namens Lolita locken mit beeindruckenden Shows zahlreiche Besucher in das Aquarium. Doch es geht hierbei nicht nur um Unterhaltungen: Die Betreiber legen großen Wert auf Schutz und Aufzucht von bedrohten Tierarten wie beispielsweise Seekühen.
Adresse: 4400 Rickenbacker Causeway, Miami
www.miamiseaquarium.com
Wenn man sich die bewegende Vergangenheit Miamis anschaut, kann man kaum nachvollziehen, wie aus einer kleinen Siedlung der Tequesta Indianer einer so einzigartige Großstadt geworden ist.
In dem Gebiet um das heutige Miami lebte über 2.000 Jahre lang das indigene Volk der Tequesta Indianer. Sie bildeten kleine Siedlungen auf dem sumpfigen Gelände und nutzten das wasserreiche Areal für Landwirtschaft und Viehzucht. Zu dieser Zeit war die Gegend unter dem Namen Mayaimi ("großes Wasser") bekannt. Nachdem Christoph Kolumbus 1492 den amerikanischen Kontinent entdeckte und die Spanier nach und nach die Gebiete des Landes erkundeten, landeten Sie im Jahre 1567 im Süden von Florida und bauten ein Kloster. Dennoch blieb die Region unbedeutend und sehr ländlich.
Entscheidend für die Geschichte Miamis war das Jahr 1821, als Florida sich den amerikanischen Staaten anschloss. In Folge dessen ließen sich Hunderte von Pionieren entlang dem Miami River nieder, allerdings konnte es ohne eine gute Landverbindung nach Norden kein schnelles Wachstum geben. Motiviert durch das Potential dieser sonst so sumpfigen Region überzeugte die Pioniersfrau Julia Tuttle den Magnaten Henry Flagler, die Eisenbahnstrecke, die er baute, bis nach Miami zu verlängern. Im Jahre 1896 öffnete die Fertigstellung der "Florida East Coast Railroad" für Miami die Tür zum Rest der Vereinigten Staaten. Dies war die Geburt einer neuen Stadt. Am 18. Juli 1896 wurde Miami mit etwa 300 Einwohnern offiziell zur Stadt ernannt.
In den 1910ern, verwandelten Carl F. Fisher und John S. Collins den Mangrovensumpf durch ein ehrgeiziges Immobilienprojekt in das heutige Miami Beach. Etwa 10 Jahre später, gründete George E. Merrick das sehr gut geplante Wohngebiet "Coral Gables". Es zeichnet sich durch großzügige Marktplätze, Springbrunnen und spanischen Straßennamen, die eingemeißelt in weiße Steine wurden, aus. Als Ergänzung zu der Wohngegend, gründete Merrick das elegante Biltmore Hotel, kunstvoll in Mittelmeerstil erbaut. James Deering baute seine italienische Vizcaya Museum and Gardens direkt an der Bucht und füllte dieses architektonische Meisterwerk mit einer Kunstsammlung. Die "Golden Twenties" ließen Maiami wirtschaftlich und kulturell sehr stark wachsen, was natürlich einen Anstieg der Einwohnerzahl zu Folge hatte. Viele Menschen aus dem Norden der USA wanderten nämlich hierhin aus, da während der 1920er Jahre in Miami das Glücksspiel erlaubt war und die Prohibition weitgehend ignoriert wurde. Gerade als Miami begann, seinen Reichtum zu genießen, wurde alles durch die so genannte Depression und zwei verheerende Hurricans, zum Stillstand gebracht.
Während des Zweiten Weltkriegs baute das Militär viele Ausbildungskasernen rund um Miami. Auf der Suche nach Arbeit kamen deshalb viele Männer und Frauen wieder zurück in die Region und so wuchs die Bevölkerung bis 1950 auf über 500.000 Menschen in Miami und Umgebung an. Zu dieser Zeit wurde Miami auch zum Wohnort des berühmt berüchtigten Al Capone. Während der folgenden zehn Jahre wuchs der Tourismus stetig. Nach Fidel Castros Revolution im Jahre 1959 folgte eine Welle aus Masseneinwanderern aus Kuba. Mit der ersten Gruppe politisch Verfolgter, kamen viele gut geschulte Fachleute, die ihr Wissen und ihr Können für das Wachstum der Stadt einsetzten. Die kubanische Volksgruppe entwickelte ihre eigene wirtschaftlich, soziale Struktur und pflegte besonders den Kontakt zum lateinamerikanischen Markt. Die internationale Wirtschaft eroberte Miami im Sturm, als die Stadt ihr schnelles Wachstum begann und sich zu mehr als nur einer Touristenstadt entwickelte.
In den 1980er Jahren war Miami dafür bekannt, der größte Umschlagsplatz für Drogen aus den Ländern Lateinamerikas zu sein. Die Drogenbarone brachten Milliarden US-Dollars nach Miami, wo das Geld durch diverse Investitionen in Bauvorhaben schnell gewaschen werden konnte. Deshalb stieg die Kriminalität drastisch an und es kam zu Rassenunruhen und Gewaltausbrüchen. Doch heute ist Miami eine moderne Großstadt und Sitz vieler internationaler Firmen sowie der größten Spanisch sprechenden Mediengruppe der Vereinigten Staaten. Die Stadt, in der so viele Einwanderer verschiedenster Herkunft leben, ist noch immer ein Anziehungspunkt für Menschen aller Nationalitäten. Miami ist wirklich einzigartig!